Der digitale Raum ist längst mehr als nur eine Ergänzung der realen Welt – er ist ein selbstverständlicher Teil unserer Identität, unseres Kommunikations- und Informationsalltags geworden. Mit dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz erweitert sich diese digitale Lebenswelt um eine neue Dimension: das Mit- und Vorausdenken.
In einer Welt von Informationsflut und zunehmend lernenden KI-Systemen, die unsere Wahrnehmung steuern und beeinflussen, entstehen komplexe Verzerrungen und gezielte Beeinflussungen. Meine Arbeit konzentriert sich darauf, digitale Verhaltensräume genau zu analysieren und mithilfe technischer, sozial-psychologischer und wirtschaftlicher Erkenntnisse intelligent zu optimieren – für mehr Wirkung im Marketing, fundierte strategische Entscheidungen und verlässliche Wahrheitsfindung.
Jede digitale Interaktion hinterlässt Spuren – nicht nur von Menschen, sondern auch von Maschinen. Diese Daten gehen über bloße Zahlen hinaus: Sie bilden Muster ab, machen Interessen und Prozesse sichtbar und erlauben Rückschlüsse auf Entscheidungen und Abläufe. Die digitale Spurensuche bedeutet, diese verborgenen Signaturen des Denkens und Handelns zu erkennen, sichtbar und verständlich zu machen.
Digitale Räume sind keine neutralen Umgebungen. Sie bilden komplexe Netzwerke sozialer Interaktionen und Wahrnehmungen, die bestimmen, wie Aufmerksamkeit gelenkt und Kommunikation gestaltet wird. Ein zentraler Fokus meiner Arbeit liegt auf der gezielten Gestaltung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, um digitale Erlebnisse effektiver und nutzerorientierter zu machen. Gleichzeitig ermöglicht die Analyse dieser Netzwerke, bisher verborgene Wirkmechanismen und Einflussnahmen sichtbar zu machen. Dieses Verständnis bietet Orientierung und unterstützt dabei, bewusstere Entscheidungen im digitalen Raum zu treffen.
Künstliche Intelligenz hebt die Beeinflussung digitaler Räume auf eine neue Ebene: Systeme gestalten aktiv Informationsflüsse, formen Wahrnehmung und schaffen neue Abhängigkeiten. Diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf den Einzelnen aus, sondern beeinflussen auch Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Unsere kognitiven Fähigkeiten wie Urteilskraft, Aufmerksamkeit und Kreativität geraten zunehmend unter den Einfluss dieser datengetriebenen, kognokratischen Strukturen.