Der Schachtel-Shop ist ein kleiner, feiner Münchner Laden für besondere Geschenkverpackungen. Die Analyse untersucht, wie es um die Auffindbarkeit über Suchmaschinen bestellt ist, welche Wirkung das messbare Nutzerverhalten auf das Google-Ranking hat — und welchen Einfluss RankBrain zeigt.
Lassen sich die schlechten Platzierungen über Nutzerverhalten erklären? Parallele Koordinaten zeigen: kein klares Muster.
Die Startseite wird deutlich häufiger aufgerufen als die Blogartikel aus 2016. Die Frage ist, ob die Anzahl der Aufrufe wirklich ausschlaggebend für das Ranking ist.
Die Startseite erzielt mit teilweise deutlich kürzeren Zeiten viel bessere Platzierungen. Unter identischen Bewertungsregeln kann die Verweildauer somit kein maßgeblicher Rankingfaktor sein.
Alle platzierten Blogartikel aus 2016 weisen eine hohe Absprungrate auf (bis 85%) — bei Blogartikeln aber keine Besonderheit. Auch hier kein klarer Zusammenhang.
Auch Dokumente, die deutlich seltener direkt aufgerufen werden, erzielen gute Platzierungen. Die Anzahl der Einstiege ist keine maßgebliche Größe.
Strukturelle Aspekte zeigen klarere Effekte — bleiben aber nicht hauptsächliche Ursache.
Keine Top-Platzierung wird über Dokumente generiert, die langsamer als ~2,5 Sekunden ausgeliefert werden. Eine zügige Auslieferung ist Grundvoraussetzung — alleine aber keine Garantie für gute Platzierungen.
Dokumente, die von der Startseite mit weniger Klicks erreichbar sind, erhalten tendenziell bessere Platzierungen. Die Blogartikel aus 2016 sind mit mindestens zwei Klicks erreichbar.
Die Startseite verfügt über die meisten unabhängig verweisenden Domains. Die schlecht platzierten Blogartikel verfügen über sehr wenige eingehende Links.
Auch Dokumente mit wenigen internen Links sind zu Spitzenpositionen in der Lage. Die scharfe Abwertung der Blogartikel lässt sich damit nicht erklären.
Mehr als die Hälfte aller Platzierungen werden über Dokumente generiert, die zwischen 1.300 und 1.600 Wörter beinhalten — gute Platzierungen finden sich aber zwischen 600 und 3.400 Wörtern. Es zählt, welche Wörter dort stehen.
Als wichtigste Einflussgröße lässt sich RankBrain ausmachen — Google assoziiert den Kontext „verpacken“ für den Schachtel-Shop nur als zweite Wahl.
Der Vergleich der Slots oberhalb und unterhalb der Blogartikel-Platzierungen zeigt: der Kontext „geschenkbox“ erzielt sehr gute Platzierungen. Für „verpacken“ und „basteln“ existiert keine einzige gute Platzierung.
Sehr gute Platzierungen — Google erkennt den Kontext eindeutig dem Shop zu.
Auch andere Dokumente, einschließlich der Startseite, werden im Kontext „verpacken“ abgewertet. Google nimmt diesen Kontext als nicht ausreichend passend an.
Die Bayer-Bastel-Komponente der Blogartikel wird semantisch nicht ausreichend mit Geschenkverpackung verknüpft.
Strukturelle Maßnahmen zuerst — dann Content-Strategie überdenken.
Auf eine zügige Auslieferung aller Dokumente achten — nicht nur der wichtigsten.
Wichtige Dokumente sollten schnell und mit wenigen Klicks erreichbar sein.
Die interne Verlinkung sollte überarbeitet und intensiviert werden.
Promotion-Aktionen mit externen Verlinkungen sind nie verkehrt.
Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, kann es sinnvoll sein, die Bastel-Inhalte auf eine eigene (Sub-)Domain auszulagern. In Googles Top-Ergebnissen zu „verpacken“ finden sich nur reine Shops oder reine Bastel-Ratgeber — die Mischung des Schachtel-Shops existiert dort nicht.